Projekte
Datenbank für heterodoxe Ökonom*innen
Die ITW-Datenbank heterodoxer Ökonom*innen (HED) sammelt Expert*innen und Praktiker*innen, die zu verschiedenen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Themen Sichtweisen vertreten, die von jenen der populären mainstream-ökonomischen Kommentator*innen abweichen. Die gelisteten Personen verfügen über berufliche oder praktische Bezüge zu zentralen Fragen der schweizerischen Innen-, Wirtschafts- und Sozialpolitik oder zu außenpolitischen Themen, die für den Schweizer Kontext von Bedeutung sind. Wer für Medienauftritte offen ist, wird entsprechend gekennzeichnet. So lässt sich leicht unterscheiden zwischen Ökonom:innen, die sich für fachliche Beratung eignen, und solchen, die auch für öffentliche Kommentare zur Verfügung stehen. Ziel ist es, die Vielfalt der Diskussion zu fördern, indem der Zugang zu einer größeren Bandbreite an Stimmen innerhalb der Wirtschaftswissenschaften ermöglicht wird – Stimmen, die die zentralen Fragestellungen des ökonomischen Mainstreams sowie die daraus abgeleiteten Politiken kritisch hinterfragen.
Die Datenbank richtet sich vor allem an Medienhäuser, Journalist:innen und zivilgesellschaftliche Organisationen. Medien verlassen sich häufig auf eine kleine Gruppe wirtschaftspolitischer Kommentator*innen, die tief im mainstream-ökonomischen Denken verwurzelt sind, das angesichts großer gesellschaftlicher Herausforderungen wie der Finanzkrise 2007/08 oder der Politikgestaltung zur Umweltzerstörung jedoch wiederholt versagt hat. Auch Journalist*innen tappen leicht in diese Falle, da es sehr zeitaufwendig sein kann, für einen bestimmten Beitrag eine Ökonom*in außerhalb des Mainstreams zu finden, die sich mit dem jeweiligen Thema auskennt. Durch den Zugang zur Datenbank können Journalist*innen und Medienhäuser leichter heterodoxe Perspektiven einbeziehen und ihr Publikum damit fundierter informieren. Auch zivilgesellschaftliche Gruppen, die politische Vorschläge erarbeiten, können die Datenbank nutzen, um schnell eine Fachperson mit wissenschaftlicher Expertise zum jeweiligen Thema zu finden und so ihre politische Arbeit auf eine fundiertere Grundlage zu stellen. Ebenso freuen wir uns über alle, die mehr über alternative ökonomische Denkschulen erfahren möchten und wie diese mit dem Schweizer Kontext zusammenhängen sowie über all jene, die eine solche Pluralität in ihre Lehre einbinden möchten.
Summer School
Rethinking Economics Summer School Switzerland
8. bis 15. August 2026 in Chandolin
Seit 2021 organisiert ein junges Team die Rethinking Economics Summer School Switzerland. Mit über 120 Teilnehmenden pro Jahr zählt die Summer School zu den größten Summer Schools Europas und ist eines der zentralen Projekte des Instituts für Transformation und Wirtschaftsstudien. Mit der Summer School schaffen wir einen Raum für gemeinsames Lernen und stärken das Netzwerk heterodoxer Ökonomie-Akteur*innen in der Schweiz und darüber hinaus. Wir freuen uns sehr, dass sich die Summer School zu einem Ort entwickelt hat, an dem junge Menschen, die sich für heterodoxe Ökonomie interessieren und bereits darin aktiv sind, zusammenkommen, Projektgruppen bilden und die Wirtschaftswissenschaften neu denken können. Jedes Jahr widmet sich die Summer School unterschiedlichen Themen, Perspektiven und Denkschulen, und wir freuen uns schon auf die nächste Ausgabe vom 8. bis 15. August in Chandolin!
Dieses Projekt wird nicht von einer Universität getragen. Wir organisieren die Summer School vollständig in Eigenregie, inklusive Unterkunft, dem einwöchigen Programm und Verpflegung. Um die Summer School für Teilnehmende mit unterschiedlichen sozioökonomischen Hintergrund zugänglich zu halten, sind wir auf externe Förderung angewiesen und sehr dankbar für die Unterstützung durch die Mercator Stiftung Schweiz, die Sunflower Foundation und die Anny-Klawa-Morf-Stiftung. Für die kommenden Ausgaben suchen wir aktuell nach weiteren Unterstützer*innen.
Mehr über die Summer School erfährst du auf resuso.ch.
Konferenz
ITW-Konferenzreihe - Strategien und Alternativen aus der Heterodoxen Ökonomik
An Kritik und Analysen der vorherrschenden wirtschaftlichen Situation mangelt es nicht. Was fehlt, sind jedoch systemische Alternativen und kohärente langfristige Strategien. Heterodoxe Ökonom*innen leisten bereits wertvolle Beiträge zur Entwicklung solcher Strategien. Häufig fehlt ihnen jedoch sowohl der politische Hintergrund als auch - noch mehr - die Ressourcen, um daraus glaubwürdige politische Strategien zu entwickeln.
Mit unserer ITW-Konferenzreihe - Strategien und Alternativen aus der Heterodoxen Ökonomik, schaffen wir einen Raum, in dem Aktivistinnen, Politkerinnen, NGO-Vertreterinnen, Akteur:innen der Sozial- und Solidarischen Ökonomie sowie kritische Ökonom:innen und Sozialwissenschaftler:innen drei Tage lang zusammenkommen, um gemeinsam jene langfristigen Perspektiven zu entwickeln, die derzeit fehlen. Wir arbeiten für und gemeinsam mit Akteurinnen in der Schweiz - mit dem Anspruch, dabei so konkret und praxisnah wie möglich zu bleiben. Die Konferenz findet alle zwei Jahr statt und widmet sich jeweils einem anderen systemischen Thema sowie einem Set programmatischer Lösungsansätze.
Konferenz 2027: Wege in die Postwachstumsgesellschaft
Unsere erste Konferenz findet Anfang 2027 statt und widmet sich der Klimakrise sowie Postwachstum als langfristigen, systemischen Antworten darauf. Die Vorbereitungen für die Konferenz haben bereits in Abstimmung mit anderen Organisationen begonnen. Die nächste Phase startet Ende August, im Anschluss an eine große Vernetzungsveranstaltung mit mehreren potentiellen Partnerorganisationen.
Weitere Details werden hier in den kommenden Monaten bekannt gegeben.